Bundesbegegnung„Schulen musizieren“ in Koblenz vom 6. – 9. Juni 2013

Alle Bilder zu dem großen Ereignis finden Sie hier!

Mein Artikel in der letzten Ausgabe der Triangel zur 10jährigen Kooperation zwischen der Grundschule Richardstraße und der Clara-Schumann-Musikschule endet mit dem Wunsch: „.. und viel Glück für Koblenz!“

Der Wunsch ist in vielfacher Hinsicht in Erfüllung gegangen: Nicht nur, dass das Orchester der Schule als das Ensemble ausgewählt wurde, welches das Land NRW bei der Bundesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz vertreten sollte! Das Glück zeigte sich auch in sonnigem Wetter, es stand Pate bei der Teilnahme an einem Kompositionswettbewerb und war in grauer Vorzeit wohl maßgeblich für die Standortwahl der Jugendherberge hoch über der Stadt Koblenz mit einem atemberaubenden Blick über Stadt und Land verantwortlich. Doch der Reihe nach.

41 Kinder der Grundschule Richardstraße und 12 Erwachsene - Lehrerinnen und die OGS-Leiterin aus der Schule sowie Kolleginnen und Kollegen der C-S-M - stiegen am 6. Juni um 8.30 Uhr in den Bus, um an der 17. Bundesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz  teilzunehmen. Diese Veranstaltung wird alle zwei Jahre ausgerichtet vom Verband Deutscher Schulmusiker e.V. Zur Teilnahme berechtigt sind Ensembles, die sich zunächst auf regionaler und in einer weiteren Stufe auf Landesebene qualifiziert haben. Diese Hürden hatte das Orchester der Schule bestehend aus Blockflöten, Geigen, Celli und Gitarren im Jahr 2012 bereits genommen, damit hatte es die Fahrkarte nach Koblenz in der Tasche.

Nachdem das Orchester in der Woche zuvor sein abwechslungsreiches Programm Herrn OB Elbers und der Presse zu Gehör gebracht hatte, waren für Koblenz mehrere Präsentationen vorgesehen. Das Programm sah drei eigene Konzerte und weitere, sogenannte Begegnungskonzerte innerhalb von vier Tagen vor. Mit dieser Konzeption wird ein wesentlicher Leitgedanke von „Schulen musizieren“ umgesetzt: Die Begegnung auf der musikalischen und der persönlichen Ebene, der Besuch anderer Konzerte von teilnehmenden Ensembles hat einen ebenso hohen Stellenwert wie die eigene Präsentation.

Gespielt wurde auf öffentlichen Plätzen, auf Open Air Bühnen, in Kirchen und Konzertsälen, Koblenz war eine Stadt voller Musik. Der erste Auftritt des Orchesters fand in der Florinskirche statt, es folgten Open Air Konzerte im wunderschönen Innenhof des Rathauses und vor dem Rathaus auf einer Bühne.

Ein besonderes Highlight aus musikalischer Sicht war der 1. Preis des Kompositionswettbewerbs, für den alle teilnehmenden Ensembles einen Beitrag einreichen konnten. Passend zum Austragungsort Koblenz war das Thema des Wettbewerbs „Confluentes: Klangflüsse – Flussklänge“. Die Uraufführung der Komposition fand in der Rhein-Mosel-Halle statt in einem wunderschönen Saal mit Blick auf den Rhein – wie passend!

Weitere Höhepunkte gab es aus Sicht der Kinder durchaus zahlreich. Nicht wenige erfreuten sich an dem sehr umfangreichen Frühstücksbüfett der Jugendherberge, viele äußerten Freude über die tolle Aussicht auf Koblenz, vor allem im Dunkeln, wenn die Lichter der Stadt leuchteten. Vom Konzertieren konnten sie nicht genug bekommen, so dass die Idee eines Spontanauftritts am Rhein kurzfristig in die Tat umgesetzt wurde – und das trotz mühsamer Schlepperei von Instrumenten und Zubehör. Ein gemeinsamer Abend aller 550 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Fahrgastschiff MS Rheingold, eine Fahrt mit der Seilbahn von der Jugendherberge über den Rhein sowie die Erstürmung des Kaiserdenkmals am deutschen Eck, Eis in der Tüte und Karten spielen mit der Klassenlehrerin waren aus Kindersicht weitere Highlights.

Neben diesen Aspekten, die jede Klassenfahrt bieten könnte, entwickelten die Kinder darüber hinaus in ihrer Rolle als Musikpublikum im Verlauf der Tage eine große Sensibilität. Mit Begeisterung wurde die Ansage bekannter populärer Musiktitel, die das BOP-Orchester aus Berlin zu Gehör brachte, kommentiert, frenetischen Applaus und Autogramme auf den Unterarmen gab es für die Hafenrocker aus Niedersachsen. Trotz längerer Interimszeiten hielten die Kinder durch, um die Rapper aus St. Pauli life zu erleben und verfolgten gebannt den Vortrag des Boomwhacker Orchesters aus dem Saarland. 

In seinem Grußwort zur Bundesbegegnung schreibt der Präsident des Deutschen Musikrats, Herr Prof. Martin Maria Krüger, dass die Musikalische Bildung vor großen Herausforderungen steht angesichts der Ganztagsschule und von G8. Wie eine Lösung gerade im Rahmen der Ganztagsschule aussehen kann, zeigt die Zusammenarbeit der C-S-M mit der Richardstraße: Dank der jahrelangen engagierten und begeisterungsfähigen Arbeit der Musikschul-kolleginnen und –kollegen und durch die großartige Unterstützung der Schule wird hier ein Projekt gelebt, das seinesgleichen sucht.

Die Einladung nach Koblenz war eine verdiente Anerkennung, das Orchester ist seiner Rolle als Vertreter des Landes NRW mehr als gerecht geworden.

Name der Schule: Gemeinschaftsgrundschule Richardstraße
Schulleiterin: Friederike Schulz
OGS-Leitung: Sylvia Hill

Team C-S-M:
Eva Minwegen, Birgit-Selle-Waldow, Blockflöten
Andreas Gallmann, Miguel Lopez, Gitarre
Edith Langgartner, Nanae Saga, Streicher

Orchesterleitung: Edith Langgartner, Miguel Lopez

Konzertprogramm:
Üsküdara giderikem (türk. Volkslied)
Bailecito (bolivianischer Tanz)
Mas que nada (Jorge Ben Jor/ Sérgio Mendes)
Funiculi Funicula (Luigi Denza)

Arrangements: Miguel Lopez

Uraufführung: Die drei Flüsse

Gemeinschaftskomposition Kinder und Lehrteam C-S-M

von P. Zierul